Teaser: Wir schreiben das Jahr 2033. Es sind noch wenige Wochen bis zur nächsten Bundestagswahl, einer Wahl die für die weitere Entwicklung Deutschlands große Konsequenzen haben wird. Doch darum soll es heute nicht gehen. Wir werden uns heute ein Leuchtturmprojekt der noch amtierenden, aber schon bald abgewählten Regierung ansehen.
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Der Autor dieser Geschichte hat die Regeln für das Veröffentlichen von Geschichten gelesen und akzeptiert. Der Autor garantiert, dass die folgende Geschichte keine der in der Sektion „Verbotene Inhalte“ aufgeführten Themen enthält.
Die folgende Geschichte ist ein fiktives Werk und dient ausschließlich der Unterhaltung. Sie schildert nicht einvernehmliche sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen. Sie ist in keiner Weise als Befürwortung nicht einvernehmlicher sexueller Handlungen im echten Leben zu verstehen. Ähnlichkeiten zwischen den Figuren der Geschichte und realen Personen sind rein zufällig.
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Note: I composed an English post that explains all references the story makes that might be difficult to understand for Non-German readers who try to read the story with an AI translation.
Titel: BOoB
Autor: @Claire
Inhaltswarnungen: Nicht für LeserInnen unter 25 geeignet. Kann Spuren von Ironie enthalten.
Meine Geschichten: Claire's Cesspool of Sin
Diese Geschichte nimmt am German Contest teil.
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BOoB
Wir schreiben das Jahr 2033. Es sind noch wenige Wochen bis zur nächsten Bundestagswahl, einer Wahl die für die weitere Entwicklung Deutschlands große Konsequenzen haben wird. Doch darum soll es heute nicht gehen. Wir werden uns heute ein Leuchtturmprojekt der noch amtierenden, aber schon bald abgewählten Regierung ansehen.
Eine junge Frau, Luisa Weber, hat einen Entschluss gefasst. Sie ist am Abend des Vortags vergewaltigt worden und hat sich entschieden dieses Verbrechen zur Anzeige zu bringen. In diesem Augenblick macht sie die letzten paar zaghaften, aber doch mutigen Schritte auf ihrem Weg zur Anzeige. Möglicherweise denkst du, dass ihr Zielort die Polizei ist. Doch die amtierende Regierung hatte sich entschieden, dass der Kampf gegen sexuelle Gewalt nur auf eine Art gewonnen werden kann: Mit einer neuen Behörde.
Und so ergab es sich, dass Luisa an diesem Freitag gerade nicht auf dem Weg zur Polizei war um Anzeige gegen den Täter zu erstatten, sondern sich der Bundesstelle zur Optimierung opferbezogener Bearbeitungsvorgänge, kurz BOoB, näherte. Das BOoB war aus dem „Besserer Missbrauch“-Gesetz der Familien- und Innenministerin Franziska Klöckner hervorgegangen. Angelehnt an das Logo der alten Bundesagentur für Arbeit prangerte das Akronym in großen, weißen Lettern vor einem roten Hintergrund an der Fassade des Gebäudes. An dem sonst alt und heruntergekommen erscheinenden Gebäude war das Logo das einzige das neu wirkte. Luisa stand vor der schweren, alten Tür, atmete einmal tief durch und öffnete sie schließlich.
Luisa hatte sich das BOoB einladender vorgestellt. Die Tür führte sie unmittelbar in einen kurzen, engen und kühl anmutenden Flur. Ein Wachmann saß hinter einem Fenster in einer kleinen Kabine. Luisa hoffte, dass der Metalldetektor, durch den sie gleich hindurchgehen würde, auf nichts anspringen würde. Ihr stand nicht der Sinn danach von einem Mann abgetastet zu werden, auch wenn dieser Wachmann, der im Inbegriff schien wegzunicken, denkbar harmlos wirkte. Sie nickte dem desinteressierten Herrn einmal zu, doch statt auf sie zu reagieren, schloss er seine Augen. Erleichtert darüber, dass der Metalldetektor schwieg, beschleunigte sie ihre Schritte und trat in den Empfangsraum hinter dem Flur hinein.
Der Empfangsraum versprühte die biedere Atmosphäre eines Finanzamts oder eines Amtsgerichts aus dem letzten Jahrhundert. Luisa hatte warme Farben, gezielt ausgewählte, beruhigende Bilder an den Wänden und psychologisch geschultes Fachpersonal erwartet. Stattdessen starrte sie an graue Wände, eine Rezeption an der ein über eine Akte gebeugter Mann Mitte 50 und eine lautstark telefonierende Frau Anfang 40 saßen. Markierungen auf dem Boden und graue Geländer deuteten an, wo eine eventuelle Schlange beginnen und verlaufen würde. Doch Luisa war allein. Nur das Telefonat der Frau und das Blättern von Papier füllten die Stille im Raum.
„Nein, nein, ich bin nicht beschäftigt. Hier ist gerade nicht viel los…“
Luisa machte einen vorsichtigen Schritt auf den Mann zu. Sie kam nicht weit, bis seine Stimme ihr Einhalt gebot. Ohne von der Akte, in die er vertieft war, aufzublicken, schlug ihr der mahnende Tonfall entgegen.
„Ziehen Sie bitte eine Nummer.“
Luisa kam abrupt zum Stehen. Einen Moment blickte sie sich irritiert um, dann erspähte sie den Wartemarkenautomaten und zog eine Nummer.
„Wir hatten gestern wieder einen Mann hier, der eine ‚Vergewaltigung‘ anzeigen wollte… Ja, Birgit, wirklich, das passiert häufiger, als du denkst.“
Luisa schaute auf den Monitor, von dem sie vermutete, dass er ihre Nummer anzeigen würde, sobald sie an der Reihe war. Warum sie als offensichtlich einzige Antragstellerin nicht augenblicklich aufgerufen wurde, erschloss sich ihr nicht.
„Wie der so war? Seltsamer Typ, hat die Zähne kaum auseinander bekommen. Aber hübsch! Wirklich, blutjung, was fürs Auge! Ein richtiges Schnuckelchen.“
Dann erschien Luisas Nummer in verblichenem Grau vor grellem Weiß auf dem Bildschirm und sie bewegte sich zügigen Schrittes auf den akribisch Akten durchblätternden Mann zu.
„Bei dem würdest du auch gerne mal Hand anlegen? Verständlich.“
Obwohl sie nun unmittelbar vor ihm stand, sah er sie immer noch nicht an.
„Hal…“
Sie hatte das Wort noch nicht komplett ausgesprochen, da bedeutete er ihr mit gesenktem Blick aber erhobenen Zeigefinger zu warten. Der Mitfünfziger mit grauem Haarkranz und Nickelbrille leckte einmal an dem ausgestreckten Zeigefinger, dann nutze er diesen um weiter zu blättern. Er machte eine letzte Notiz, schließlich schaute er mit nicht zu deutendem Gesichtsausdruck zu der nervösen Luisa auf und sprach sie das erste Mal direkt an.
„Willkommen im BOoB. Wie kann ich Ihnen helfen?“
Luisa bemühte sich in dem durchdringenden Blick eine menschliche Regung zu erkennen, scheiterte jedoch.
„Ähm, ich bin hier um Anzeige zu erstatten.“
Er deutete wortlos auf den Stuhl vor ihr. Luisa setzte sich.
„Dann fangen wir doch mit Ihrem Namen an.“
„Luisa Weber.“
„Alter?“
„19.“
„Und Sie sind… eine Frau?“
„Was…?“
Luisa war irritiert, ob der unerwarteten Frage.
„Sie wissen doch wie das ist heutzutage. Man kann sich da ja nie so ganz sicher sein, nicht mal bei den Hübschen. Nehmen Sie es nicht persönlich, wir müssen Sie explizit nach Ihrem Geschlecht fragen. Anweisung von ganz oben, von der Frau Ministerin persönlich.“
Martin Schmitt, wie das Namensschild auf dem Tisch verriet, rollte leicht mit den Augen, während er überbetont an die Decke deutete. Luisa war sich nicht sicher, ob sie sich wegen der Frage als solche unwohl fühlte oder wegen der Art, wie er sie gestellt hatte.
„Karsten und Lisa? Nein, da ist nichts.“
„Ich… bin eine Frau, ja…“
Ihre Stimme klang erschöpft, als sie die Frage wahrheitsgemäß beantwortete.
„Ich weiß, dass Wolfgang erzählt hat, wie Karsten auf der Weihnachtsfeier im Suff von Lisa geschwärmt hat.“
Herr Schmitt ging seine Fragen weiter durch.
„Sehr gut, Frau Weber. Und Ihre Adresse?“
„Aber die Lisa fängt doch nur was mit Typen an, die mindestens einen Kopf größer sind als sie selbst.“
„Angela Merkel Straße 31.“
„Warum ich lache? Ach, wir haben hier gerade eine Antragsstellerin, die in der Merkel Straße wohnt. Und da musste ich dran denken, wie ich mir bei der Hexe früher schon immer gedacht habe, dass es ihr nicht schaden würde, wenn da mal einer richtig drüber gehen würde. Wenn du verstehst, was ich meine.“
BOoB
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JTCK
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Re: BOoB - German Contest
Was für eine böse Geschichte - auf so eine dezente, niederträchtige Art. Und soooo authentisch amtsdeutsch 
"Bundesstelle zur Optimierung opferbezogener Bearbeitungsvorgänge" - da weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll...
Sprachlich mal wieder top. So viele kleine Gemeinheiten, zum Beispiel "verständlich" als sie berichtet vergewaltigt worden zu sein. Oder "was Ihnen vermeintlich angetan wurde". Luisa tut mir richtig leid.
Für mich bisher nicht die erotischste aber mit Abstand die deutscheste Geschichte im Wettbewerb.
"Bundesstelle zur Optimierung opferbezogener Bearbeitungsvorgänge" - da weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll...
Sprachlich mal wieder top. So viele kleine Gemeinheiten, zum Beispiel "verständlich" als sie berichtet vergewaltigt worden zu sein. Oder "was Ihnen vermeintlich angetan wurde". Luisa tut mir richtig leid.
Für mich bisher nicht die erotischste aber mit Abstand die deutscheste Geschichte im Wettbewerb.
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RapeU
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Re: BOoB - German Contest
Ich weiß wirklich nicht, was ich davon halten soll. Einerseits ist die BOoB-Organisation selbst total lustig. Andererseits ist sie ein dystopischer Albtraum, in dem das System absichtlich grausam ist, um sicherzustellen, dass bestimmte Verbrechen ungestraft bleiben.
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Blue
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Re: BOoB - German Contest
Ich bin hin- und hergerissen:
Auf der einen Seite schon fast bösartig ironisch die "deutsche Bürokratie" dargestellt. So, wie es wirklich in manchen deutschen Amtsstuben zugeht.
Auf der anderen Seite fehlt mir ein wenig "action". Als Leser erfährt man wirklich wenig davon, was dem Opfer tatsächlich widerfahren ist.
Aber das Thema des Contests war ja recht frei und offen, von daher passt die Geschichte in den Wettbewerb hinein.
Auf der einen Seite schon fast bösartig ironisch die "deutsche Bürokratie" dargestellt. So, wie es wirklich in manchen deutschen Amtsstuben zugeht.
Auf der anderen Seite fehlt mir ein wenig "action". Als Leser erfährt man wirklich wenig davon, was dem Opfer tatsächlich widerfahren ist.
Aber das Thema des Contests war ja recht frei und offen, von daher passt die Geschichte in den Wettbewerb hinein.
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Claire
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Re: BOoB - German Contest
In case you are a Non-German reader who reads this with an AI translation, I'd like to at least explain to you all the references that the story makes. I know that explaining a joke generally takes away all the fun but maybe you'll find it insightful. 
The general idea: The contest requires the story to have a connection to Germany. I chose overkill bureaucracy as the particularly German thing to explore here. I hope that my German readers might recognize experiences they themselves had with German bureaucracy. Especially the ending of the story is based on real experiences I myself had, albeit in a very much less severe context.
BOoB: BOoB is the acronym for the federal agency that is supposed to help combat sexual violence. Its naming pattern follows other federal agencies like the BMAS or the BAMF. It's full German name is the "Bundesstelle zur Optimierung opferbezogener Bearbeitungsvorgänge"
"Besserer Missbrauch"-Gesetz: The "Better Abuse"-Law follows the naming scheme that Franziska Giffey, a well known SPD politician in Germany, liked to use for laws initiated by her when she was in charge of the BMBFSFJ (Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend = Federal Ministry of Education, Family Affairs, Senior Citizens, Women and Youth). Giffey named two laws she initiated "Gute Kita"-Gesetz ("Good Kindergarten"-Law") and "Starke Familien"-Gesetz ("Strong Families"-Law). As a comparison, think of the Affordable Care Act colloquially being called Obama-Care. The naming pattern is meant to be non-bureaucratic but comes across as almost childish in its attempt to sound approachable to normal people.
Franziska Klöckner: The name Franziska Klöckner is an amalgamation of two real and well known German politicians: The aforementioned Franziska Giffey (SPD) and Julia Klöckner (CDU).
Martin Schmitt: The name is as generic as it gets. That's like naming an American character "John Smith".
A38 form: The A38 form that Mr. Schmitt keeps talking about is a reference to The twelve tasks of Asterix. To quote Wikipedia: "Especially in France, Italy and Germany, "The Place that sends you mad" sequence has achieved a strong cult status as a parody of absurd modern-day bureaucracy. In Germany, "Passierschein A38" ("Curfew pass A38") has become a popular slang term for a fictional document to ironically describe absurd bureaucracy."
Til Schweiger: Til Schweiger is a German actor and film maker. You might have seen him in Quentin Tarantino's Inglorious Basterds as Hugo Stiglitz. The idea of him becoming the next chancellor would appear as similarly absurd to Germans as Donald Trump becoming President of the United States did to Americans in 2010. Dropping that possibility as a casual aside on the German reader of the story is meant to complete the dystopian picture the story has painted up to this point. Basically, I wanted the reader to think: "God, please no, this is too much. Make it stop!"
The general idea: The contest requires the story to have a connection to Germany. I chose overkill bureaucracy as the particularly German thing to explore here. I hope that my German readers might recognize experiences they themselves had with German bureaucracy. Especially the ending of the story is based on real experiences I myself had, albeit in a very much less severe context.
BOoB: BOoB is the acronym for the federal agency that is supposed to help combat sexual violence. Its naming pattern follows other federal agencies like the BMAS or the BAMF. It's full German name is the "Bundesstelle zur Optimierung opferbezogener Bearbeitungsvorgänge"
- Bundesstelle = Federal Agency
- zur Optimierung = for Optimization
- opferbezogener = of victim-related (or of victim-oriented)
- Bearbeitungsvorgänge = Processing Procedures
"Besserer Missbrauch"-Gesetz: The "Better Abuse"-Law follows the naming scheme that Franziska Giffey, a well known SPD politician in Germany, liked to use for laws initiated by her when she was in charge of the BMBFSFJ (Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend = Federal Ministry of Education, Family Affairs, Senior Citizens, Women and Youth). Giffey named two laws she initiated "Gute Kita"-Gesetz ("Good Kindergarten"-Law") and "Starke Familien"-Gesetz ("Strong Families"-Law). As a comparison, think of the Affordable Care Act colloquially being called Obama-Care. The naming pattern is meant to be non-bureaucratic but comes across as almost childish in its attempt to sound approachable to normal people.
Franziska Klöckner: The name Franziska Klöckner is an amalgamation of two real and well known German politicians: The aforementioned Franziska Giffey (SPD) and Julia Klöckner (CDU).
Martin Schmitt: The name is as generic as it gets. That's like naming an American character "John Smith".
A38 form: The A38 form that Mr. Schmitt keeps talking about is a reference to The twelve tasks of Asterix. To quote Wikipedia: "Especially in France, Italy and Germany, "The Place that sends you mad" sequence has achieved a strong cult status as a parody of absurd modern-day bureaucracy. In Germany, "Passierschein A38" ("Curfew pass A38") has become a popular slang term for a fictional document to ironically describe absurd bureaucracy."
Til Schweiger: Til Schweiger is a German actor and film maker. You might have seen him in Quentin Tarantino's Inglorious Basterds as Hugo Stiglitz. The idea of him becoming the next chancellor would appear as similarly absurd to Germans as Donald Trump becoming President of the United States did to Americans in 2010. Dropping that possibility as a casual aside on the German reader of the story is meant to complete the dystopian picture the story has painted up to this point. Basically, I wanted the reader to think: "God, please no, this is too much. Make it stop!"
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KleineHexe
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Re: BOoB - German Contest
Interessanter Ansatz, bitterböse und unterhaltsam zugleich geschrieben. Ich hoffe, Du setzt das fort.
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Claire
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Re: BOoB - German Contest
Ich habe mich bewusst entschieden hier keine ausführliche Sexszene einzubauen, das hätte zu der Geschichte nicht gepasst. Stattdessen findet die Vergewaltigung auf einer Metaebene als Retraumatisierung durch die Behörde statt. Dass es die deutscheste Geschichte für dich ist, nehme ich als großes Lob dankend an.JTCK wrote: Fri Jul 04, 2025 3:13 pm Was für eine böse Geschichte - auf so eine dezente, niederträchtige Art. Und soooo authentisch amtsdeutsch
"Bundesstelle zur Optimierung opferbezogener Bearbeitungsvorgänge" - da weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll...
Sprachlich mal wieder top. So viele kleine Gemeinheiten, zum Beispiel "verständlich" als sie berichtet vergewaltigt worden zu sein. Oder "was Ihnen vermeintlich angetan wurde". Luisa tut mir richtig leid.
Für mich bisher nicht die erotischste aber mit Abstand die deutscheste Geschichte im Wettbewerb.
Eine Fortsetzung hatte ich eigentlich nicht geplant, aber was schwebt dir denn als Fortsetzung so vor?KleineHexe wrote: Fri Jul 04, 2025 7:38 pm Interessanter Ansatz, bitterböse und unterhaltsam zugleich geschrieben. Ich hoffe, Du setzt das fort.
Du nimmst das BOoB als absichtlich bösartig war? Für mich ist das einfach eine typisch deutsche Behörde, die so viel Angst davor hat, dass sie juristisch etwas falsch machen könnte, dass sie stattdessen lieber praktisch alles falsch macht.RapeU wrote: Fri Jul 04, 2025 3:38 pm Ich weiß wirklich nicht, was ich davon halten soll. Einerseits ist die BOoB-Organisation selbst total lustig. Andererseits ist sie ein dystopischer Albtraum, in dem das System absichtlich grausam ist, um sicherzustellen, dass bestimmte Verbrechen ungestraft bleiben.
Gut, dass der Fokus nicht auf dem Übergriff selbst liegt ist natürlich Absicht. Hat die Geschichte eine Chance den Contest zu gewinnen im Vergleich zu einer typischen Gruppenvergewaltigungsszene? Wahrscheinlich nicht, aber das interessiert mich auch gar nicht so sehr. Ich würde aber mit dir wetten, dass du dich an diese Geschichte länger erinnern wirst als an die meisten Geschichten, die du hier im Forum bereits gelesen hast.Blue wrote: Fri Jul 04, 2025 4:45 pm Ich bin hin- und hergerissen:
Auf der einen Seite schon fast bösartig ironisch die "deutsche Bürokratie" dargestellt. So, wie es wirklich in manchen deutschen Amtsstuben zugeht.
Auf der anderen Seite fehlt mir ein wenig "action". Als Leser erfährt man wirklich wenig davon, was dem Opfer tatsächlich widerfahren ist.
Aber das Thema des Contests war ja recht frei und offen, von daher passt die Geschichte in den Wettbewerb hinein.
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JTCK
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Re: BOoB - (The German Contest)
Ich würde aber mit dir wetten, dass du dich an diese Geschichte länger erinnern wirst als an die meisten Geschichten, die du hier im Forum bereits gelesen hast. 
Aber garantiert! Ich werde also beim nächsten Behördengang beobachten wer außer mir mit süffisantem Grinsen wartet. Vielleicht hat er die Geschichte ja auch gelesen
Und wenn ich so darüber nachdenke... vielleicht erwähne ich ja auch Formular A38 als Erkennungszeichen
Aber garantiert! Ich werde also beim nächsten Behördengang beobachten wer außer mir mit süffisantem Grinsen wartet. Vielleicht hat er die Geschichte ja auch gelesen
Und wenn ich so darüber nachdenke... vielleicht erwähne ich ja auch Formular A38 als Erkennungszeichen
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KleineHexe
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Re: BOoB - German Contest
Claire wrote: Sat Jul 05, 2025 9:52 amEine Fortsetzung hatte ich eigentlich nicht geplant, aber was schwebt dir denn als Fortsetzung so vor?KleineHexe wrote: Fri Jul 04, 2025 7:38 pm Interessanter Ansatz, bitterböse und unterhaltsam zugleich geschrieben. Ich hoffe, Du setzt das fort.
Ich fand es einfach gut, wie Du die Aufnahme der Anzeige ohne jegliche Privatsphäre beschrieben hast. Gerade die immer wieder eingeblendeten Gesprächsfetzen seiner Kollegin mit ihren Ansichten machen die Prozedur zu einer echten weiteren Erniedrigung. Ich glaube, besser kann man die Ignoranz von Behördenmitarbeitern Opfern gegenüber kaum beschreiben.
Und was mir vorschwebt? Nix. Die Frage ist doch dabei, ob sie auf einer Anzeige besteht und einen zweiten Anlauf wagt und wer dann die Aufnahme macht. Alles noch einmal von vorn. Welche schrägen Ansichten er/sie dann hat bzw. ob sich das dann vielleicht auch noch ein Arzt ansehen will? Es gäbe so viele Möglichkeiten und das Spiel mit Schamgefühlen ist mächtig.
Es ist Deine Geschichte. Die Frage ist daher, wo Du am Ende hinwillst ...
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Claire
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Re: BOoB - (The German Contest)
Wenn du jemals zufällig jemanden triffst, bei dem du das Gefühl hast, dass er irgendetwas hier gelesen haben könnte, lass es uns wissen.JTCK wrote: Sat Jul 05, 2025 12:04 pm Aber garantiert! Ich werde also beim nächsten Behördengang beobachten wer außer mir mit süffisantem Grinsen wartet. Vielleicht hat er die Geschichte ja auch gelesen
Und wenn ich so darüber nachdenke... vielleicht erwähne ich ja auch Formular A38 als Erkennungszeichen![]()
Meine Sorge ist, dass eine Fortsetzung sehr schnell redundant wäre. Gerade eine Geschichte wie diese, die ihren Humor aus dem Kontrast zwischen der Ernsthaftigkeit des Themas und der gleichgültigen, grausamen Beiläufigkeit, mit der es behandelt wird, zieht, verbraucht sich schnell. Meine Fähigkeit den gleichen Witz weiter zu erzählen, würde da schnell an Grenzen stoßen.KleineHexe wrote: Sat Jul 05, 2025 12:28 pm Es ist Deine Geschichte. Die Frage ist daher, wo Du am Ende hinwillst ...
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